Es hat sich zwischenzeitlich einiges im Altarbereich unserer Pfarrkirche getan.

Das vormals frei schwebende Kreuz über dem Presbyterium, wurde wieder an jenen Platz gehängt, an dem es vor den vielen Umgestaltungen der letzten Jahrzehnte gehangen ist, an die Nordwand, über dem Eingang zur Marienkapelle. Das Kruzifix mit einem stark untersichtig konzipierten Corpus, welcher mit 3 Nägeln an das Kreuz geheftet ist, einen detailliert ausgearbeiteten Thorax und ein schmerzverzerrtes Gesicht aufweist, stammt aus dem 16. bis 17. Jahrhundert.

Zwei kniende Engelsfiguren (1860), welche noch von unserem früheren, neugotischen Altar in Fügen stammen und die in den hintersten Räumen versteckt lagen, sodass sie einmal niemand „mitnehmen“ oder „als Geschenk annehmen“ konnte(!?!) wurden gereinigt und beidseits unseres Tabernakels angebracht. Ebenso konnte die Predella des Tabernakels, mit einem sehr schönen Bild der Verkündigung durch den Engel Gabriel – auch vom ehem. Altar – wieder einbezogen werden. Die Arbeiten wurden von Restaurator Franz Niederhauser, Thaur, ausgeführt.


Die reliefartigen Bruststücke der 12 Apostel, welche ursprünglich – vor dem Kirchenbrand – oberhalb der Apostelkreuze im Kirchenschiff – angebracht waren und in den letzten Jahren bereits im Rund des Chorraumes gehangen sind, wurden links und rechts des neuen Hochaltares so positioniert, dass alle wieder sichtbar sind. Sie sind anfangs 1500 entstanden und steht die Produktion unter Einfluss Schwabens und der Donauschule. Die neue Positionierung hat ein Fügener Schmied mit seinem Sohn ausgeklügelt und durchgeführt.


Besonders hinweisen dürfen wir auch, auf die großzügige Bereitschaft von Herrn Friedl Heim, Hotel Kohlerhof, zur Übernahme der Kosten für die Renovierung unserer beiden Seitenaltäre, durch den Restaurator Niederhauser aus Thaur. Laut Friedl werden sich noch weitere Gönner an den Kosten beteiligen und wir werden gesondert berichten und uns bedanken! Dafür ein großes Vergeltsgott vorerst einmal an Friedl Heim, der immer da ist, wenn wir für die Pfarre etwas benötigen – ob Catering, Reinigungskräfte oder eben eine finanzielle Unterstützung! Danke Friedl!

Am linken Seitenaltar, auf dem die Geheimnisse des Schmerzhaften Rosenkranzes dargestellt sind, hat Niederhauser folgende Arbeiten durchgeführt: Abnehmen bzw. Reduzierung der Silberoxidierung an den Untergrundflächen der Malerei und an den Profilleisten des gesamten Rahmenaufbaues, Retuschen an den zu stark oxydierten Bereichen – Reinigung der Spielmann-Malereien (1958) – Schützen der Versilberungen gegen fortschreitende Oxydation – Reinigung der gotischen Skulpturengruppe „Beweinung Christi“, welche vom selben Meister, wie die Apostelreliefs stammen dürfte.

Seitenaltar mit der Beweinung Christi

Am rechten Seitenaltar, der die Geheimnisse des Freudenreichen Rosenkranzes zeigt und ebenfalls von Spielmann stammt (1958), nahm der Restaurator folgende Arbeiten vor: Reinigung der gesamten Fassung und Reinigung der gotischen Madonna – Kittung und Retusche an beiden Seitenaltarsskulpturen. Die thronende, gefasste und sehr anmutige Madonnenfigur aus 1440 bis 1450, geschaffen von einem Meister des Seeoner oder Salzburger Kunstkreises, stammt aus der ursprünglichen Fügener Pfarrkirche und war eine lange Zeit, bis nach dem Brand anfangs der 40-iger Jahre des vorigen Jahrhunderts in einem Haus in Fügen verwahrt. Sie kam dann wieder in unsere Kirche. Der in den 80-iger Jahren gestohlene, sitzende Christusknabe, wurde durch einen später entstandenen stehenden Knaben ersetzt. Jener von der Muttergottes getragene Rosenkranz aus Korallenperlen, mit einem Kreuz aus Türkisen und zahlreichen alten Silbermünzen, wird mittlerweile sicher verwahrt. Die beiden barocken Figuren des Hl. Dominikus und der Hl. Katharina von Siena, stammen vom Fügener Bildhauer Franz Xaver Nissl und waren ehemals auf dem monströsen, barocken Hochaltar, mit 42 „Figüren“ des Meisters – wie aufgezeichnet ist – in Fügen zu sehen.

Seitenaltar mit der gotischen Madonna und den barocken Figuren der Hl. Katharina v. Siena und des Hl. Dominikus, beide v. F. X. Nissl

Die „Fügener Muttergottes“, welche von der Urausstattung der Kirche stammt und nach vielen Jahrzehnten von den „Hoppeter-Diandln“ wieder der Pfarrkirche zurückgegeben wurde!

Noch ausstehende Arbeiten: Entfernung der Kommunionbank und kleine Ausbesserungen am Boden, Malerarbeiten im Presbyterium, Beleuchtung, Sedilien (Bestuhlung für Priester und Ministranten), Übertragung des alten Fügener Taufsteines aus der Michaelskapelle vor den Altarbereich und dann eben der neue Hauptaltar (Volksaltar) aus Stein.