Fügen-Kirchturm Fügen Pfarrkirche Kirche mit Muttergottes
(Geläute der Dekanatspfarrkirche von frauenfelder82 / You Tube at und von orgelix / You Tube at )

Aus der Pfarrgeschichte

Die Pfarre Fügen ist eine Urpfarre des Zillertales. Ein erster Kirchenbau geht auf das 10. Jahrhundert zurück. Wahrscheinlich ist auch der Wechsel des Patroziniums auf Maria Himmelfahrt mit dem Neu- bzw. Umbau der Kirche in den Jahren 1494 – 1497 anzusiedeln. Die frühere Kirche besaß mit ziemlicher Sicherheit eine Flache Decke und war in eine Ober- und eine Unterkirche geteilt. Als erster Pfarrer wird ein Heinricus Presbyter de Vugene 1163 genannt – er wurde 1170 Bischof in Brixen. Die ersten Priester in Fügen waren immer auch Domherren zu Brixen, was auf die Wichtigkeit dieser Großpfarre hinweist – wobei sicher auch die großen Pfarreinkünfte eine Rolle gespielt haben werden. Fügen dürfte seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts über eine eigene Pfarrschule (Lateinschule) verfügt haben, sie ist somit die älteste Tirols im ländlichen Bereich. Die älteste im Pfarrarchiv erhaltene Urkunde über den Erwerb eines Bauerngutes stammt aus dem Jahr 1369.

Fügen alte Ansicht Kirche u. Schloss

Frühgotische Fresken finden sich in der Kirche an mehreren Stellen, alle entstanden um das Jahr 1330. An der Südwand der Orgelempore: Nikolauslegende; Fresken mit einer Gerichtsszene und weitere nicht näher identifizierbaren Darstellungen an der Westwand der Orgelempore; Fresko mit neun Heiligenfiguren an der Nordwand der Orgelempore. Weiters ein Fresko an der Triumphbogenwand oberhalb des linken Seitenaltares und ein  Freskenrest an der nördlichen Außenfassade.

Die Fresken der Fügener Kirche stimmen stilistisch mit jenen der Taufkirche zum Hl. Johannes in Brixen überein, sodass man den selben Künstler vermuten kann. Sie stammen also aus der Zeit der Umgestaltung der ersten Kirche in den Jahren 1340 bis 1354 in frühgotischem Stil. 1484 wurde der linke Seitenaltar der Jungfrau Maria geweiht. Der Altar enthielt Reliquien vom Kreuz Christi swoie der Heiligen Andreas, Martin, Colomann, Lucia und Maria Magdalena. Der rechte Seitenaltar war dem Hl. Bischof Nikolaus und der Hl. Katharina geweiht. Er enthielt Reliquien der Heiligen Nikolaus, Katharina, Bartholomäus, Alexius und der 11.000 Jungfrauen. Aus dieser Zeit stammen noch die beiden Bischofsbüsten des Hl. Nikolaus und des Hl. Martin (jetzt im Widum Fügen in der Eingangshalle).

Fügen Pfarrkirche frühgot. Fresken Empore

1491 schenke Stefan Stainhorn, Domherr und Leiter der Brixner Domschule und auch Pfarrer von Fügen, eine ansehnliche Sammlung theologischer Bücher der Fügener Kirche. Seit 1491 besitzt die Pfarre Fügen also eine eigene Bibliothek, was in dieser Zeit etwas ganz außergewöhnliches war (zB griechische Ausgabe des Homer aus 1572). Der von Stainhorn begonnene Neu- bzw. Umbau der Kirche wurde unter Pfarrer Christoph von Schrofenstein, einem späteren Bischof von Brixen, vollendet. Die Kirche war unter anderem um den gesamten Chor nach Osten hin erweitert worden. In der Weiheurkunde von 1497 wird erwähnt, dass der Hauptaltar der Hl. Maria geweiht war und Reliquien von insgesamt 26 Heiligen enthielt. Am 04. Mai 1497 wurde auch die Krypta der Kirche zu Ehren des Hl. Philipp und des Hl. Jakob vom Brixner Weihbischof geweiht. Die Krypta war auch eine Stiftung des Wilhelm von Hackl, welcher auch die Michaelskapelle gestiftet hat. Er stammte vom Edelsitz „Hacklthurm“ (jetzt Hotel Sonne) in Fügen. In der Krypta wurden später die Fügener Grafen und Dekane bestattet – hierzu wurde diese nach Westen hin erweitert. Heute dienen diese altehrwürdigen Räumlichkeiten der serbisch orthodoxen Kirche als Raum für ihre Gottesdienste.

Von der Ausstattung dieser Kirche sind einige wenige Reste aus der besagten Zeit erhalten, dazu gehört ein Fresko an der südlichen Presbyteriumswand. Weitere Fresken befinden sich oberhalb der Sakristeitüre (derzeit überdüncht). Ebenso stammt aus dieser Zeit das Portal der Sakristeitüre und  ein spätgotischer Wandtabernakel (von Meister Lienhard Plutauer), die 12 Apostelkreuze im Kirchenschiff und die Reliefs der 12 Apostel (derzeit im Presbyterium, früher über den Apostelkreuzen angebracht).

Aus der Zeit um 1450 stammen die thronende Madonna (sie wird dem Seeoner oder Salzburger Kunstkreis zugeordnet) am linken und die Gruppe „Beweinung Christi“ am rechten Seitenaltar. Auch der heute in der Michaelskapelle aufgestellte Taufstein gehört zur spätgotischen Ausstattung dieser Zeit.

Das Fresko „Die Auferweckung des Lazarus“ stammt aus der Zeit um 1597.

Pfarrkirche_Oblate Fügen Pfarrkirche Ölbergszene

In der malerischen Vorhalle (Oblat) der Kirche steht u.a. eine Ölberggruppe aus Terracotta. Dabei stammen der kniende Christus, die drei schlafenden Jünger sowie die Gruppen von geharnischten Kriegsknechten und die Burganlage aus der Zeit um 1500. Alles andere stammt aus dem 18. Jhd. Ebenfalls aus der Zeit um 1500 stammt der aus rotem Marmor gehauene Opferstock der Hl. Elisabeth. Oberhalb des Einganges zur Michaelskapelle befindet sich ein Fresko aus den Jahren 1512 bis 1515 mit Bildnissen der Stifter. Die Skulptur des Leichnams Christi stammt aus dem Jahr 1714.

Diese wenigen erhaltenen Beispiele der Ausstattung der Fügener Kirche aus der Zeit um 1500 zeigen, dass dieses Gotteshaus entsprechend seiner wichtigen Stellung als Brixner Kirchenzentrum im Zillertal und entsprechend seiner Wohlhabenheit ausgestattet war. Fügen war nun einmal eine der finanziell bedeutendsten Pfarren des Bistums Brixen. Bei der Diözesansynode im Jahr 1603 wurde die Diözese Brixen in Dekanate aufgeteilt, das größte davon war das Dekanat Unterinntal mit Sitz in Fügen. Durch die gestiegene Bedeutung bedingt, fand Mitte des 17. Jhd. wieder eine Umgestaltung der Kirche in verschiedenen Bereichen statt.

Im Jahr 1675 wurde von den Grafen Fieger ein Verbindungsgang vom Fügener Schloss zur Empore der Fügener Kirche erbaut. Dieser Gang bestand bis 1924.

Unter Dekan Dr. Felix Wexlberger wurde die Kirche im 18. Jhd. neu ausgestattet. So sind heute noch folgende Gegenstände davon erhalten: eine goldene Monstranz des Augsburger Goldschmiedes Georg Ignaz Baur (1762), 11 Krippenfiguren des Andreas Schmid von Finsing (1763).

1773 erhielt der Fügener Bildhauer Franz Xaver Nissl den Auftrag für einen neuen Hochaltar. Die gesamt 42 Figuren, einige davon in Lebensgröße, haben wahrscheinlich des gesamten Chorraum ausgefüllt. Ebenso schuf Nissl 15 Bassreliefs mit der Rosenkranzgeheimnissen. In den Folgejahren erhielt Nissl eine Reihe von weiteren Aufträgen, um auch den übrigen Kirchenraum entsprechend zu gestalten, so z.B.: Fahnenblätter für die „Speisfahne“, Neufassung des „Auffahrts-Christi-Bildnisses“, Statue des Hl. Josef, Kruzifixe für die Seitenaltäre, Statuen der Hl. Maria, Johannes u. Magdalena für den Tabernakel. Kurz vor seinem Tod 1804 erhielt Nissl 24 Halbe Wein für das „große Kruzifix“.

Fügen Franz Xaver Nissl

Von diesen Figuren sind heute noch erhalten: Hl. Johannes der Täufer, Hl. Johannes der Evangelist, Hl. Johannes Nepomuk, Hl. Josef, König David, Abraham und Isaak (alle in der Kirche aufgestellt). Ein lebensgroßer Christus am Kreuz (1802) darunter eine Hl. Veronika mit dem Schweißtuch befindet sich heute am Nordeingang der Kirche. Ein großes  Kruzifix mit Assistenzfiguren (1844) seines Neffen Franz Serafikus Nissl befindet sich im Widum Fügen, von diesem stammt auch der, in der Kirche zu sehende, Schmerzensmann.

Nachfolger von Dekan Wexlberger wurde der Apostolische Protonotar, fürstbischöfliche Konsistorialrat von Chur und Kanoniker von Innichen, Franz Titus von Millstätter. Millstätter hat sich große Verdienste um die Erforschung der Geschichte der Pfarre und die Zusammenstellung von Chroniken von Fügen erworben.

Ihm folgte 1793 Dekan Johann Nepomuk Ingenuin Abuin von Waldreich zu Ehrenport. Dieser hat sich ein bleibendes Denkmal in Fügen gesetzt. Er ließ für die seit dem 15. Jhd. bestehende Bibliothek ein eigenes Zimmer im Widum einbauen.

Nach den Umgestaltungen der Kirche um 1330, 1494 – 1497, 1661 – 1730 und 1774 begann unter Dekan Albuin Hofer und Kooperator Matthäus Knöpfler die fünfte Umgestaltung der Kirche im neugotischen Stil. Nur wenige Reste der neugotischen Ausstattung sind wegen des Brandes im Jahr 1941, bei dem der Hochaltar vernichtet wurde, im Original erhalten geblieben.

Unter Dekan David Mark erhielten die beiden Nordportale  der Kirche neue Türen, welche im neugotischen Stil gestaltet waren. die Umgestaltung der Kirche wurde unter ihm in den Jahren 1911 und 1912 abgeschlossen. Ein  nach Wien ausgewanderter Fügener, Johann Wallner, brachte es dort zu großem Reichtum und spendete eine ganze Reihe von Kirchenparamenten, welche heute noch erhalten und teilweise verwendet werden (Prozessionshimmel und Sakramentsfahnen, Messgewänder, Levitenröcke für Festtage etc.).

Ab 1914 war Alois Blaas Dekan von Fügen. In seiner Zeit brach der erste Weltkrieg aus und neben den ganzen Auswirkungen, welche die Bevölkerung zu spüren bekam, verlor Fügen auch seine alten Glocken. Bei Kriegsbeginn hatte Fügen ein ausgesprochen großes Vermögen von 130.000 Kronen, durch die Inflation betrug dieses dann noch 130,00 Schilling. Nach dem Kriegsende 1918 ist Tirol geteilt worden und zunächst wurde jeglicher Verkehr der Brixner Diözesanbehörden mit den Nordtiroler Stellen verboten.

Fügen Glockenweihe(Geläute der Dekanatspfarrkirche von frauenfelder82 / You Tube at )

Am 06. Juni 1930 wurden 5 in der Glockengießerei Grassmayr in Innsbruck gegossene neue Glocken eingeweiht.

Glocke 1 „cis“: geweiht Christus dem König –  1.973 kg

Glocke 2 „e“: geweiht der Rosenkranzkönigin- 1.158 kg

Glocke 3 „fis“: geweiht dem Hl. Josef – 846 kg

Glocke 4 „a“: geweiht dem Hl. Franziskus v. Assisi 491 kg

Glocke 5 „cis“: geweiht den heiligen Schutzengeln 231 kg

Glocke 6: geweiht dem Hl. Sebastian und der Hl. Barbara / Sterbeglocke –  56 kg

Auf jeder Glocke war das Bildnis ihres Patrons abgebildet. Geweiht wurden diese Glocken von Prälat Urban Draxl aus Innsbruck.

Im Jahr 1942 wurde Josef Rietzler zum Dekan von Fügen bestellt. An ihm lag es, die Kirche nach dem Brand im Jahr 1941 zu renovieren, bei dem fast die gesamte Inneneinrichtung vernichtet wurde. In diesen Jahren wurden auch die neuen Glocken wieder abgenommen und zu Kriegsmaterial verarbeitet.

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Im Jahr 1947 hatte Fügen wieder ein neues Geläute bekommen. Gegossen wurden die Glocken von der Gießerei Oberascher aus Salzburg.

Glocke 1 „Cis“:    1.954 kg  geweiht der Rosenkranzkönigin – die „große Marie“

Glocke 2 „E“:       1.172 kg  geweiht Christus dem König

Glocke 3 „Fis“:       850 kg  geweiht dem Hl. Josef

Glocke 4 „A“:         502 kg  geweiht dem Hl. Franziskus v. Assisi

Glocke 5 „Cis“:       250 kg  geweiht den heiligen Schutzengeln

Glocke 6 „A“: Sterbeglocke oder „Zügenglöckerl“ – geweiht dem Hl. Sebastian und der Hl. Barbara mit  56 kg (diese stammt vom Geläute aus 1930 und wurde von couragierten Fügenern „über den Krieg gerettet“. Man hatte diese im Sägemehl vergraben …)

Für den Glockenguss wurde von der Pfarre Fügen geliefert: Kanonen 4.505 kg / Zinn 80 %-ig 240 kg  / Zinn 87 %-ig 402 kg, 10 kg Fett, 5 kg Hanf und 7 kg Bienenwachs.

Der Domkapellmeister zu Salzburg, Prof. Joseph Meßner, welcher die Kollaudierung der fügener Glocken vorgenommen hat, schrieb am 26.03.1947: Ein herrliches Geläute der Firma Oberascher, im Tonlichen weisen die Glocken eine selten gute Stimmung auf, im Klanglichen eine wunderbare Fülle und im Äußeren eine ungemein saubere Arbeit im Dekorativen. Die Dekanalpfarrkirche Fügen und die herstellenden Firma Oberascher ist zu dem herrlich gelungenen Geläute zu beglückwünschen; ich möchte nicht versäumen zu bemerken, dass mir namentlich der Zusammenklang aller fünf Glocken einen mächtigen Eindruck gemacht hat. Man glaubt eine vielhundertstimmige Orgel zu hören!“

Dekan Josef Rietzler gelang es unter geradezu unglaublichen Anstrengungen, dass trotz der Kriegsjahre mit der Renovierung des Gotteshauses begonnen werden konnte. Oswald Trapp, der ehem. Leiter des Denkmalamtes, berichtet im Jahr 1947: „Ein Brand, der zu Weihnachten 1941 im Inneren der Pfarrkirche Fügen ausbrach, gab Anlass zu einer durchgreifenden Innenrestaurierung. Die Ausstattung und Bemalung der Kirche stammten aus der Zeit um 1880. Der monströse Hochaltar war dem Brand zum Opfer gefallen; einen besonderen künstlerischen Verlust bedeute die Vernichtung des Gnadenbildes, einer Pieta von Franz Xaver Nissl.

Der gotische Chor, der mit Stuckrippen des 17. Jhd. verziert ist, wurde einer gründlichen Erneuerung unterzogen und mit künstlerisch hochwertigen Glasgemälden, nach Entwürfen des Wiener Meisters Prof. Hauk geschmückt. In Übereinstimmung mit dem Chor wurde das Tonnengewölbe des Schiffs mit einfachen Stuckrahmen versehen, in welche Toni Kirchmayr Bilder aus dem Marienleben malte. Im Rahmen dieser Restaurierung wurde eine 2 Empore an der Westwand entfernt.Die Arbeiter waren damals im Widum untergebracht und wurden dort auch verköstigt.

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Fügen Pfarrkirche neugot. Hochaltar mit Krippe   Scannen0004 Bearbeitet   Scannen0002

Fügen Pfarrkirche Version Hochaltar

In den sechziger Jahren wurde das Kirchenschiff restauriert und dabei die neugotische Kanzel abgenommen. Im Jahr 1958 kamen die beiden Seitenaltäre von Max Spielmann zur Innenausstattung hinzu und Im Jahr 1963 waren auch die Arbeiten am Hochaltar abgeschlossen.

Fügen Madonna

Unter Dekan Rietzler erfolge auch die Teilung des Dekanates in das Dekanat Fügen und das Dekanat Jenbach.

Im Jahr 1976 wurde Franz Pedevilla Dekan von Fügen. Unter ihm begann eine grundlegende Innen- und Außenrestaurierung der Pfarrkirche.  Im Frühjahr 1982 konnte man mit den Arbeiten an der Nordfassade an der Oblate beginnen. Dabei wurden höchst interessante gotische Fresken freigelegt, welche man aber teilweise wieder übermalen musste, weil das Geld für eine Restaurierung fehlte, die nun einer späteren Zeit vorbehalten sein wird.

Der Kirchturm wurde von der Firma Hans Pondorfer aus Dölsach in Osttirol saniert. Eine heikle Angelegenheit war die Neugestaltung des Zugangsweges zur Kirche, weil man dabei eine Reihe von Gräbern tiefer legen musste. Im Juli 1982 konnten diese Arbeiten beendet werden und ab September 1982 begann die Sanierung des Presbyteriums sowie der Südfassade. In nur 4 Monaten wurde anschließend das Kircheninnere erneuert. Eine Heizung aus dem Jahr 1965 wurde erneuert und ebenso wurde ein neuer Boden verlegt. Leider hat man es bei dieser Gelegenheit verabsäumt, eine sachkundige Grabung im Kircheninneren durchzuführen.  Am 16. Oktober 1983 fand schließlich die feierliche Einweihung der restaurierten Kirche statt. Dekan Pedevilla verstarb im 71. Lebensjahr im Jahr 1989. Er war der bisher letzte Dekan von Fügen.

 

Derzeitige Ausstattung der Pfarrkirche

Altarraum

Auf dem schlichten, gemauerten Hochaltar befindet sich ein Tabernakel mit großen Bergkristallen und passenden Altarleuchtern von der Schwazer Firma Rappel-Schneider (1963) und ein Tabernakelkreuz aus Silber (19. Jhd.). An der Presbyteriumswand finden sich die Reliefs der 12 Apostel (um 1450); im Chorraum befinden sich weiters künstlerisch hochwertige Glasgemälde des Wiener Meisters Prof. Karl Hauk (1943), Teile der ehemaligen neugotischen Kanzel (sie werden als Ambo genutzt). Auf der linken Seite befindet sich ein gotischer Wandtabernakel, auf der rechten Seite ein Fresko aus dem Ende des 15. Jhd..

Fügen Pfarrkirche Chorraum

Eine vom Künstler Peter Schneider aus Kramsach im Jahr 1963 gefertigte, große himmelfahrende Holzmadonna, die mit patinierter Silberfolie überzogen ist, war ursprünglich frei schwebend über dem Hochaltar angebracht und befindet sich jetzt in der Friedhofskapelle.

Ein großes Kruzifix aus dem 16/17 Jhd. ist freischwebend zwischen dem Chorraum und dem Langhaus angebracht.

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Die Statue des Auferstandenen Christus, welche in der Zeit von Ostersonntag bis Christi Himmelfahrt auf dem Hochaltar zu sehen ist stammt aus dem 16. Jhd.

 

Linker Seitenaltar: thronende Madonna ( 1450) auf einer Wolkenbank mit Jesusknaben, Altar von Max Spielmann, Innsbruck, (1958). Darstellung der Geheimnisse des freudenreichen Rosenkranzes, oberhalb frühgotisches Fresko (1330), unterhalb Hl. Dominikus und Katharina von Siena (von Franz Xaver Nissl);

Fügen Pfarrkirche thronende Madonna

Rechter Seitenaltar: „Beweinung Christi“ (1450), Altar von Max Spielmann, Innsbruck; (1958) Darstellung der Sieben Schmerzen Mariens;

Fügen Pfarrkirche_Beweinung_Christi

Kreuzweg: Die 14 Kreuzwegstationsbilder stammen von Johann Georg Dom. Grasmair aus Innsbruck (um 1730).

Beleuchtung Langhaus: Die Luster stammen vom Kunstschmied Franz Kronthaler aus Fügen aus der Zeit der letzten großen Renovierung in den Jahren 1982/83.

Die Deckengemälde stammen vom Tiroler Maler Toni Kirchmayr und stellen Szenen aus dem Leben Mariens dar (1942/43).

Der Beichtstuhl unter der Orgelempore stammt aus Ende des 19. Jhd.

Die große Weihnachtskrippe stammt vom Finsinger Bildhauer Andreas Schmid (1763), ein Pferd von Franz Xaver Nissl und der Hintergrund von Maria Spindlegger aus Fügen. Die Figuren sind bekleidet, die Hirten in Tiroler Tracht. Sie wird jeweils zur Weihnachtszeit am Hochaltar aufgestellt.

Kirchenkrippe Fügen Mader PEter                   DSC01542

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Die Orgel

Die alte, sogenannte „Mozartorgel“(1747 von Andreas Mitterreiter aus Altötting) wurde 1965, nach einigen Umbauten, durch eine moderne Orgel der Fa. Rieger ersetzt. Der Spieltisch der alten Orgel, die aus dem Haller Damenstift stammte und auf welcher Wolfgang Amadeus Mozart dort gespielt hatte, steht jetzt im Heimatmuseum Fügen. Im Jahr 1980 wurde die Orgel durch die Fa. Rieger erneuert.

Fügen Pfarrkirche neugot. Verbau ORgel  Fügen Pfarrkirche Rieger Orgel 1983

Glocken

Im Turm der Fügener Kirche hängen 6 Glocken, gegossen von der Glockengieserei Oberascher aus Salzburg. 5 Glocken wurden am 30. März 1947 geweiht. Die elektrische Läutanlage stammt aus dem Jahr 1951 und im Jahr 1953 kam die große Marienglocke, die auf den tiefen Ton C gestimmt ist, dazu. Es ist ein gut abgestimmtes, festliches Geläute.

(Bilder u. Quellennachweis: Kirchenarchiv Fügen; Dorfbuch Fügen von Heinz Moser – Gemeinde Fügen, Fügen und Fügenberg, eine Häuser- und Höfegeschichte von Hans Mair, Schlern-Schriften 260)