Fügen Marienberg

„Unnserer Lieben Frauen Unbefleckthen Empfencknus Kapelle“ wurde 1721 vom Brixner Fürstbischof Kaspar Ignaz von Künigl geweiht.  Der Altar zu Ehren der Muttergottes enthielt die Reliquien der Heiligen Paul, Vinzenz, Hilarius und Klara.  Das Kirchweihfest sollte jeweils am Sonntag nach Johannes Baptist (24. Juni) gefeiert werden. An diesem Tag konnte auch ein 40tägiger Ablass gewonnen werden. Da sie vom Schlossherrn erbaut wurde, wird sie auch als „Capella Fiegeriana“ bezeichnet.

Aus dem Plan, neben dem Kirchlein ein „klösterliches Hospiz“ zu errichten, wurde nichts. Das Innere der Kirche ist durch reiche Stuckverzierungen gestaltet, wobei die Stuckmedaillons an der Decke offenbar erst nach 1830 mit Bildern aus dem Leben Christi und Mariens verziert wurden.  Das Kirchlein hatte keinen Urbarbesitz, brachte aber durch Spenden (Geld und Naturalien), Vermächtnisse, Sammel- und Stockgelder ein beträchtliches Vermögen zusammen. Dieses betrug im Jahr 1727  729,00 Gulden und stieg bis zum Jahr 1800 auf 6.783,00 Gulden an. Über die Finanzierung berichten die „Raitbücher“ im Kirchenarchiv Fügen. Die Ausgaben waren gering (jährlich ungefähr 50 Gulden). 1745 findet sich eine Ausgabe für eine Brunnenleitung vom Moos zum Kirchlein.

Fügen Marienberg Altar

Bis in die 50-er Jahre des 20. Jahrhunderts blieb der Hügel unterhalb der Kirche unbebaut. Vom Dorf führen 7 Kapellen mit Darstellungen der sieben Schmerzen Mariens hinauf zum Marienberg.  Der Stifter dieser Kirche war Johann Michael Graf Fieger und seine Gemahlin Philippine Zech. Die Familie der Grafen von Fieger saß seit 1651 im Schloss Fügen. Unter den reichhaltig erhaltenen Gerätschaften ist ein 1732 datierter Kelch erwähnenswert, der vom Goldschmiedemeister Mäderl aus Stein an der Donau stammt und das Wappen der Fieger und Zech trägt. Schließlich ist noch eine Glocke erhalten (jetzt im Widum), die die Inschrift trägt „+GOS MICH AUGUSTIN VIDAL ZU INNSBRUCK 1763“ .

Der Hochaltar wird heute von einem Gnadenbild, einer alten russischen Madonnenikone aus dem 16. Jahrhundert, gekrönt. Als Schöpfer des Altares und der verschiedenen Heiligenfiguren, welche am Altar und auf Konsolen an der Wand des Rundbaues stehen, wird die Werkstätte des Brixlegger Künstlers Michael Mayr genannt. In den Jahren 1974 bis 1977 wurde die Kirche am Marienberg grundlegend renoviert und am 03. Mai 1980 wurde die Kirche neu geweiht.

Im Turm hängen 4 Glocken. Die kleinste stammt aus der Michaelskappelle (Pfarrkirche) und wurde 1495 gegossen – sie ist dem Hl. Franziskus geweiht. Sie zählt somit zu den ältesten Glocken des Zillertals.  Die nächstgrößere ist dem Hl. Petrus Canisius geweiht, wiegt 67 kg und ist auf den Ton „gis“ gestimmt. Die zweitgrößte Glocke wiegt 129 kg, ist der Himmelskönigin geweiht und auf den Ton „e“ gestimmt. Die große Glocke – die Herz-Jesu-Glocke – wurde von Maria Spindlegger, einer Fügener Künstlerin, welche sich auch große Verdienste bei der Restaurierung der Kirche erwarb, gestiftet. Maridl war natürlich auch die Glockenpatin, so sagte sie zu „ihrer“ Glocke liebevoll „Das Gota läutet!“.

Durch viele Jahre hindurch wurde das Kirchlein am Marienberg durch Seppl Sporer als Mesner betreut, welcher sich – auch mit vielen anderen – bereits bei der Restaurierung der Kirche große Verdienste erwarb -und die beliebte Wallfahrts- und Hochzeitskirche zu einem Schmuckstück der Pfarre gemacht hat. Seine Arbeit und Betreuung wird derzeit von Resi Zeller weiter geführt.  

(Quellennachweis: Pfarrarchiv Fügen; Fügen und Fügenberg, eine Häuser- und Höfegeschichte von Hans Mair / Schlern Schriften 260, Fügener Dorfbuch von Heinz Moser – Gemeinde Fügen)